Das Alte Krankenhausgebäude vor dem AbrissBoso N'djafo liegt am Lulonga-Fluss, irgendwo zwischen Basankusu und Mabandaka. Der Ort ist nur über den Fluss erreichbar, die Straßen aus belgischer Kolonialzeit hat längst der Urwald zurück erobert. Hier haben in den dreißiger Jahren englische Missionare ein kleines Krankenhaus errichtet, noch ganz im Stil eines neugotischen Historismus. Nach dem Weggang der Missionare (die letzten aus der Schweiz verließen Boso N'djafo in den späten Neunzigern) stockte auch der Geldfluss der europäischen Missionswerke. Die CADELU-Kirche musste vielmehr selbst sehen, wie sie den Krankenhausbetrieb am Leben erhalten konnte. Jetzt gibt es einen Neustart!

Betrieb fast eingestellt

Vor wenigen Jahren noch war das alte Krankenhaus nur Ruine. Zwar standen die alten Gebäude aus den dreißiger Jahren noch, aber es gab praktisch keinen wirklichen Krankenhausbetrieb mehr. Kein Arzt tat hier Dienst. Lediglich ein Krankenpfleger war für die Einrichtung verantwortlich. Die Krankenhausapotheke bestand aus einer Plastik-Einkaufstüte mit einigen wenigen buunt und zufällig zusammengewürfelten Packungen. Vor allem aber gab es fast keine Patienten. Denn warum sollte jemand ein Krankenhaus aufsuchen und dafür bezahlen, dass der Arzt oder Pfleger eine Diagnose stellt, dann aber die Medikamente fehlen, um die Krankheit zu behandeln. Patienten sind da sehr feinfühlig!

2015 hatte sich das Biold hingegen gewandelt: Die kleinen Krankensääle waren voll mit Patienten. Es gab eine viel besser ausgestattete Apotheke und es wurden regelmäßig OPs durchgeführt. Verantwortlich für den Wandel war ein neuer Arzt, Dr. David Lotafe, der sich nach seiner Ausbildung u.a. in Kisangani entschieden hatte, "im Wald" zu arbeiten, wie er es nannte. Dort sei die Not am größten, auch wenn in der Stadt eindeutig mehr Geld zu verdienen sei. Auf seine Initiative hin wurden die alten Gebäude nach und nach abgetragen und durch zweckdienlichere Neubauten ersetzt. Er  hat es geschafft, die ortsansässige Bevölkerung zu mobilisieren und in Eigeninitiative neue Gebäude zu errichten, die Krankenhausapotheke mit einem guten Vorrat an Medikamenten auszustatten und den OP-Betrieb wieder aufzunehmen. Dieses Engagement hat sich herum gesprochen, und nun ist das Haus wieder voller Patienten - zum ersten Mal seit Jahrzehnten. Wie gesagt: Patienten sind da sehr feinfühlig.

Das Problem mit dem Licht

Aber nicht alles lässt sich fast ohne Geld und nur mit Eigeninitiative regeln. Ein Krankenhaus braucht eigentlich Licht, vor allem, wenn nachts Notfälle operiert werden müssen. Da, wo es weit und breit keine öffentliche Stromversorgung gibt, muss Energie selbst produziert werden. Die klassische Lösung, mit Dieselgeneratoren Strom zu erzeugen, ist nicht nur umweltschädlich und laut, sondern in erster Linie zu teuer. Der dafür benötigte Diesel kostet in Boso N'djafo um vieles mehr als im fernen Kinshasa. LOBIKO unterstützt nun das Krankenhaus bei der Anschaffung von Solarpanelen zur Energieerzeugung.

Lobiko heißt Leben

Lobiko-Grafik"Die Équateur-Provinzinz der Demokratischen Republik Kongo zählt zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Regionen des Kongo und damit der Welt. Die CADELU-Kirche (Communauté Association des Églises Évangéliques de la Lulonga; dt.: Vereinigte Evangelische Kirchen am Lulonga-Fluss) leistet in Ermangelung funktionierender staatlicher Strukturen einen unverzichtbaren Beitrag zu Gesundheitsversorgung, Schulbildung und Entwicklungsarbeit in der Region. Dabei ist sie auf Unterstützung von außen angewiesen, da es in der Region aufgrund der allgemeinen Armut nicht möglichist, durch eigenes Spendenaufkommen eine nachhaltige Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur zu unterhalten.

Die Partnerschaft eines Kirchenkreises der Evangelischen Kirche im Rheinland mit einer Kirche der Region brachte die Idee, durch die Gründung eines Vereins auf die Lebensverhältnisse im Kongo hinzuweisen und die Arbeit vor Ort finanziell zu unterstützen. Durch Aktivitäten sollen Zuwendungen gesammelt werden, um die Gesundheitsvorsorge und Entwicklungshilfe besonders in der Provinz Équateur zu unterstützen.

In der kongolesischen Sprache Lingala bedeutet „Lobiko“ Leben. Das Leben von Menschen in Afrika zu schützen, zu fördern, zu bewahren und überhaupt lebenswert zu machen, dazu will der Verein einen Beitrag leisten."

(aus der Präambel der Vereinssatzung)

Einfache Apotheke in BokalaDie meisten Menschen in der Équateur-Provinz haben keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Zugang zu den wichtigsten Basismedikamenten. Sie gehen gar nicht erst in ein Krankenhaus oder ein Gesundheitszentrum, wenn sie wissen, dass der Arzt zwar eine Diagnose stellen, die Krankheit aber nicht behandeln kann. Helfen Sie mit, mehr Menschen Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten zu verschaffen! Spenden Sie für eine zentrale Apotheke, die Krankenhäuser und Gesundheitsstationen mit Arzneimitteln versorgt!

Privater Medikamentenhandel ist riskant

Djolu liegt ca. 650 km von der Provinzhauptstadt Mbandaka entfernt. Täglich kann sich die Bevölkerung auf dem kleinen Markt mit allen Produkten versorgen, die nicht unmittelbar in der Region selbst hergestellt werden können, sondern aus der fernen Hauptstadt Kinshasa kommen: Kugelschreiber, Papier, Macheten und Hacken, Batterien - und auch Medikamente. Auf einem der Standtische liegen bunt durcheinander rote und grüne, blaue und weiße Pillen, Päckchen mit Verbandsmaterial, diverse Ampullen mit undefinierbaren Flüssigkeiten zum injezieren. Und obwohl hier das Angebot eher übersichtlich und vor allem sehr zufällig ist, kann der Verkäufer kaum Auskunft geben, wofür die Arzneien eigentlich gedacht sind. Schließlich ist er kein ausgebildeter Apotheker, sondern nur ein einfacher Markthändler, der sich eben auf medizinische Produkte spezialisiert hat. Kühlkette, Verfallsdatum, Nebenwirkungen - Fehlanzeige! Wer hier kauft, muss selber bescheid wissen, oder braucht Glück und Gottvertrauen.

Medikamente sind für ein Krankenhaus wie Benzin für ein Auto

MarktapothekeIn Baringa, das ca. 140 km von Basankusu entfernt am Lulonga-Fluss liegt, gibt es keinen Markt, aber ein großes Krankenhaus mit Gebäuden aus der Kolonialzeit. "Wir brauchen dringend Medikamente, oder eigentlich jederzeit Zugang zu den Arzneien, die gerade benötigt werden", sagt Dr. Mboyo, der Leiter des Krankenhauses. Der Medikamentenvorrat des Krankenhauses ist ebenso zufällig und übersichtlich zusammengestellt, wie der am Marktstand in Djolu. Damit können die einfachsten Behandlungen nicht durchgeführt werden. Die Patienten erhalten ein Rezept und müssen dann sehen, wo sie die Arzneien herbekommen. Meist ein unlösbares Problem. Die Menschen wissen, dass die Ärzte eines Krankenhauses oft nicht über die richtigen Medikamente verfügen und gehen daher auch gar nicht erst zur Untersuchung. Warum Geld ausgeben, wenn das Krankenhaus dann doch nicht weiterhelfen kann!

Außerdem ist der Medikamentenverkauf für ein Krankenhaus eine wichtige Einnahmequelle, ohne die es auf Dauer finanziell zugrunde gehen wird. "Medikamente sind für eine Krankenhaus im Kongo dasselbe, wie Diesel für ein Auto. Ohne das läuft es nicht", beschreibt Dr. Mboyo die Lage.

Eine zentrale Apotheke für alle

LOBIKO möchte dafür sorgen, dass alle drei Krankenhäuser der CADELU und die 33 medizinischen Basisstationen, die die Kirche unterhält, einen gesicherten regelmäßigen Zugang zu Medikamenten und benötigtem medizinischen Material haben. In Zusammenarbeit mit dem medizinischen Koordinator der CADELU gehen wir das Problem an, indem wir in Basankusu eine zentrale Apotheke einrichten und mit Medikamenten ausstatten. Die Krankenhäuser und Basisstationen können sich hier bedienen und der Bevölkerung direkten Zugang zu den wichtigsten benötigten Arzenimitteln verschaffen.

 

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Stichwort: "Arzneimittel"

 

Defekter Stromgenerator in BaringaEin öffentliches Stromnetz gibt es in der Demokratischen Republik Kongo nur in den größeren Städten wie Kinshasa, Lubumbashi oder Mbandaka. Und selbst da sind Stromausfälle an der Tagesordnung. Schon in Basankusu, erst recht aber in den weiter abgelegenen Landesteilen im Wald muss man seinen Strom schon selber produzieren. Und das ist teuer, denn nicht nur ein Generator kostet Geld, sondern vor allem die Folgekosten machen diese Art der Stromerzeugung für Krankenhäuser und Basis-Gesundheitsstationen unerschwinglich.

Besser nachts nicht krank werden

In Boso Ndjafo darf man nachts nicht zur Welt kommen. Jedenfalls dann nicht, wenn bei der Entbindung die Hilfe der lokalen Basis-Gesundheitsstation gebraucht wird. Denn dort ist es nachts dunkel und eine überraschende Entbindung muss beim Schein von Taschenlampen oder Petroleumleuchten vorgenommen werden. Noch dramatischer gestaltet sich das Ganze in Baringa oder Yoseki, denn hier sind Krankenhäuser, in denen auch alle möglichen OP's vorgenommen werden. Komplizierte chirurgische Eingriffe mt Hilfe von Taschenlampen - der reine Horror! Und dennoch ist genau dies der Alltag.

In einem Nebengebäude des Krankenhauses stehen noch die Reste eines alten Stromgenerators aus der Kolonialzeit (siehe Foto). Aber der hat schon vor Jahren seinen Geist aufgegeben. Eine Reparatur wäre mit den passenden Ersatzteilen möglich, aber teuer. Und dann müsste das Krankenhaus immer noch die Mittel für Treibstoff aufbringen, um den Generator anzutreiben.

Solarstrom ist billig

Deshalb möchte die CADELU-Kirche ihre Krankenhäuser und Basis-Gesundheitsdienste mit Hilfe von LOBIKO mit Solarstromanlagen ausstatten. Die sind relativ preiswert in der Anschaffung, fast wartungsfrei und ohne laufende Betriebskosten. Und zudem natürlich ökologisch nachhaltiger. So kann nachts der OP bei Bedarf beleuchtet werden und tagsüber der Kühlschrank für die Medikamentenaufbewahrung betrieben werden.

 

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Stichwort: "Solarstrom"